Das Geoheizwerk - Energie-Know-how mit Tiefenwirkung

Die Geowärmeversorgung Erding.
Von der Planung zur Realisierung

Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages im Mai 1994 begann die Zusammenarbeit mit der Evonik New Energies GmbH .
Evonik New Energies GmbH übernahm die Planung, den Bau und den Betrieb der Fernwärmeversorgung auf geothermischer Basis und pachtete die Anlage vom Zweckverband. 1993 begann Evonik New Energies GmbH mit den Bau der ersten Fernwärmeleitungen in Erding.

2003 erreichte das Netz der Geothermie eine Länge von mehr als 14 km Fernwärmeleitungen. Das Geothermieheizwerk konnte am 25. März 1998 eingeweiht und offiziell in Betrieb genommen werden.

Im Erdinger Geoheizwerk wird aus Geowärme Fernwärme. Das Geoheizwerk verfügt über eine Gesamtwärmeleistung von 18 MW und besteht im wesentlichen aus einer Direktwärmetauscheranlage mit 2 MW Heizleistung, einer Absorptionswärmepumpe mit rd. 7 MW sowie aus zwei Heißwasserkesselanlagen mit je 5 MW Wärmeleistung. Angetrieben wird die Wärmepumpe über Heizwärme aus einem Dampfkessel.

 
Das Geoheizwerk in Erding
Das Geoheizwerk in Erding

Der Weg des Thermalwassers sieht folgendermaßen aus: Aus einer Tiefe von ca. 2.350 Metern wird das 65°C warme Wasser mit einer Brunnenpumpe, die in ca. 230 m Tiefe hängt, an die Erdoberfläche gepumpt.
Es erwärmt dann in drei Wärmetauschern das Fernwärmewasser, das in einem eigenen Kreislauf zirkuliert. Die Absorptionswärmepumpe kühlt das nun auf etwa 45°C entwärmte Thermalwasser auf ca. 20°C weiter aus und erwärmt dabei gleichzeitig das Fernwärmewasser noch einmal auf ca. 80°C.
In den nachgeschalteten Heißwasserkesselanlagen wird das Vorlaufwasser auf seine endgültige Temperatur von max. 100°C gebracht. Es gelangt über eine Vorlaufleitung zum Kunden und kommt nach seiner Nutzung über eine Rücklaufleitung mit einer Temperatur von ca. 45°C wieder im Geoheizwerk an. Dort beginnt an den Wärmetauschern erneut die Erwärmung. Nach der Abkühlung des Thermalwassers durch die Wärmepumpe erfolgt seine Aufbereitung zu Trinkwasser und zur Versorgung der THERME ERDING mit Thermalwasser.

Die Thermalwasseraufbereitung, deren Betriebsführung ebenfalls durch Evonik New Energies GmbH erfolgt, funktioniert so:

So wird Geowärme zu Fernwärme
So wird Geowärme zu Fernwärme

 

Absorptionswärmepumpe

Nach der energetischen Nutzung wird das Thermalwasser voroxidiert, in einem Entgasungsbehälter der Methangas- und Schwefelwasserstoffgehalt des Wassers reduziert, in zwei Stufen ozoniert und über biologische Filteranlagen geleitet.

Das nun aufbereitete Wasser wird der THERME ERDING als Thermalbadewasser zugeführt und das restliche Thermalwasser über die Wasserversorgung Erding in das Trinkwassernetz eingespeist.

 
Absorptionswärmepumpe
Absorptionswärmepumpe

Aufgrund der hohen Akzeptanz und starken Nachfrage erweiterte der Zweckverband Geowärme Erding 2008/2009 gemeinsam mit der Evonik New Energies GmbH das Erdwärmeprojekt mit einem Anschlusswert von zusätzlich 33 MW, einer Wärmeerzeugung von 59.000 MWh/a und einer Netzlänge von 23 km auf die doppelte Leistung.

Möglich wurde dies durch die Errichtung eines weiteren Geothermieheizwerkes am Klethamer Feld und das Niederbringen einer zweiten Tiefenbohrung in die das entwärmte Thermalwasser wieder abgeleitet wird. Dadurch erhielt man an der Förderbohrung die Möglichkeit, die Entnahmemenge von bisher 24 l/sec. auf 48 L/sec zu verdoppeln.

Das erweiterte Geothermieprojekt Erding ging 2009 in Betrieb.

Versorgungsschema